Blumenpresse einfach selbstgebaut

Schnell, einfach und günstig

Das neue Jahr hat begonnen und mittlerweile sind immer mehr Pflanzen zu sehen. Hier in Norddeutschland ist es dieses Jahr ein wenig verhalten. Klar, Krokusse und Schneeglöckchen sind schon wieder verblüht und mancher schöner Strauch und Baum stand schon in prachtvoller weißer oder rosa Blüte. Aber viele Wildkräuter stecken sehr verschlafen ihren Kopf aus der Erde. Immerhin habe ich erste Löwenzahnblüten kommen sehen.
Trotzdem ist es höchste Zeit anzufangen, wenn man dieses Jahr möglichst viele Pflanzen sammeln und pressen möchte.

Pflanzen pressen

Ja, eigentlich reicht ein Buch oder vielleicht auch zwei, wenn man es, wie ich, nicht direkt zwischen die Seiten eines Buches legen mag. Ich habe immer Angst, dass etwas durchdrückt.
Die beste Möglichkeit ist eine extra Blumenpresse. Und das ist deutlich weniger kompliziert, als es sich anhört. Und sie lässt sich in kurzer Zeit selber bauen.

Material

  • 2 gleich große Holzplatten. Zwischen 5mm und 15mm Dicke funktioniert gut. Alles darüber geht zwar, ist allerdings meist teuerer und hat keinen zusätzlichen Sinn. Wenn man aber eh Holzreste herumliegen hat, dann kann man die natürlich nehmen. Größe von circa A4 habe ich am Liebsten. Quadratisch oder rechteckig ist eigentlich egal. Im Endeffekt funktioniert rund genauso.
  • 4 dicke Schrauben (ca 8mm) und die dazupassenden Flügelmuttern. Eventuell Unterlegscheiben für längere Haltbarkeit.
  • Wellpappe für die Pressfüllung. Benutzte Versandkartons funktionieren wunderbar
  • Cutter, Bohrer (etwas dickere Aufsätze als die Schrauben, für Holz)
  • Löschpapier oder anderes saugfähiger, unbedrucktes Papier
  • eventuell Schleifpapier
  • Linieal und Bleistift

Die Blumenpresse bauen

Zunächst werden die beiden Holzplatten zugeschnitten. Die Blumen sollten natürlich darunter passen. A4, quadratisch oder was auch immer es gerade in der Grabbel-Restekiste im Baumarkt gibt, kann funktionieren. Hauptsache, beide Hölzer sind gleich groß. Das macht man entweder selbst oder lässt es im Baumarkt zuschneiden. Wenn man das Holz dort kauft, ist das Schneiden meistens kostenlos.
Je nach Zustand der Platten kann man die Kanten jetzt ein wenig abschleifen. Vorsicht, das staubt! Ich mache das gerne draußen. Dann muss man hinterher weniger wischen.

Nun wird die Bohrung angebracht. In den vier Ecken sollte – mit etwas Abstand vom Rand – später die Schraube passen, mit der man die Platten zum Pressen zusammenhält. Dazu am besten zuerst mit einen Bleistift vormalen und so ausmessen, dass das spätere Loch in allen Ecken genau den gleichen Abstand von der Kante hat. Außerdem sollte es einige Zentimeter vom Rand entfernt sein, damit die Platten nicht brechen. Je dicker die Platten, desto enger kann man an die Ränder heranbohren. Die Breite der Löchr soll etwas größer sein als die Schrauben.

Die Löcher werden nach dem Bohren (Handbohrer oder Bohrmaschine) gleich nochmal abgeschliffen. Sicher ist sicher. Dann hat man hinterher keine Splitter im Finger.

Jetzt kannst du schon mal probieren, ob alles so passt, wie geplant. Also die Bretter übereinander legen und verschrauben. Passt alles halbwegs? Perfekt! Wenn es irgendwo ein paar Millimeter übersteht, ist es absolut egal.

Das Innenleben

Jetzt wird die Pressfüllung zugeschnitten. Das funktioniert am besten mit Wellpappe. Und die günstigste Wellpappe sind Versandkartons. Mit Glück hat man die eh zuhause. Sechs bis acht Lagen (obwohl… nach oben ist die Grenze lediglich die Länge der Schrauben) müssen zugeschnitten werden. Und zwar genau die Größe der Bretter der Presse. Wenn irgendwo etwas bedruckt ist, dann schadet es nicht. Meine letzte Presse warb innen für Zitronen. Es war nämlich ein Obstkarton aus dem Supermarkt.

Die Pappe übereinander legen und einzeichnen, wo die Schrauben darauf treffen. Das könnte man jetzt auch durchbohren, lohnt aber nicht. Also werden die Kanten so abgeschnitten, dass man die Pappen in die Presse legen kann und die Schrauben direkt daran vorbei schaben. Es kommt nirgendwo auf den Milimeter an.

Jetzt ist die Presse eigentlich fertig. Die Blumen kommen zwischen eine oder zwei Lagen saugfähiges Papier in die Mitte der Pappen. Dann wird alles zugeschraubt und mindestens eine Woche gepresst trocknen gelassen. Dann kann man nachschauen und gegebenenfalls Papier wechseln. Für dünne Pflanzen reicht die Zeit – sehr fleischige und wasserhaltige Pflanzen benötigen länger.

Wer möchte, der kann natürlich seine Presse bemalen oder bekleben. Es ist Holz – eine schnelle Grundierung und man kann darauf sehr gut malen. Am besten lackiert man das Ganze hinterher, dann hält es länger.

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1 Comment
  • Gretl Hendricks
    November 22, 2019

    Toll, wie du so ganz einfach selbst eine Blumenpresse gebaut hast. Ich denke ich werde das auch mal versuchen. Nach der Anleitung braucht man ja vor Allem einen Holzschnitt als Basis und den hätte ich schon im Keller.