Bräuche zum Frühlingsfest

Wir feiern den Frühlingsbeginn

Eier jeder Art

  • Eier färben, bemalen oder auf andere Weise verzieren ist einer der typischten und am weitesten verbreiteten Bräuche zum Frühlingsfest. Christlich wird oft rot verwendet, das Blut Jesu. Ansonsten ist alles möglich. Über das Färben mit natürlichen Materialien habe ich ja schon geschrieben. Gekochte Eier werden meist gefärbt, ausgeblasen lassen sich Eier selbst von kleinen Kindern gut bekleben oder anmalen. Es funktionieren Hühnereier genauso wie Gänseeier oder gar welche vom Strauß. Wachteleier finde ich eher schwierig, weil sie so klein sind. Außerdem sehen sie von sich aus durch die Farbsprenkel schon ganz hübsch und dekorativ aus.
  • Der Osterstrauch bringt junge Zweige und junges Grün in die Häuser. Er zeigt, dass die Welt draußen nun wieder erwacht und sich der Kreis des Lebens weiterdreht. Daran werden oft die bemalten Eier gehängt. Für den Strauch vor der Haustür gibt es Holzvarianten, die länger den Elementen trotzen. Benutzt wird oft Hasel oder Birke. Beides sind Bäume, die sehr früh blühen. Die Allergiker werden es wissen.
  • Der Osterhase (oder in anderen Ländern Osterhenne, Osterfuchs oder Osterhexe) versteckt angeblich Eier zum Suchen. Mir persönlich sagt dieser Brauch nichts. Er ist für mich kein Symbol für etwas, was Frühling bringt oder Sommer verheißt. Klar, der Hase ansich ist ein gutes Symbol für die Fruchtbarkeit. Aber was hat der mit Eiern zu tun? Kinder freuen sich aber sicher über Suchspiele und vor allem Süßigkeiten.

Feuer, Wärme und Sonne

  • Osterfeuer und ihre regionalen Sonderbräuche heizen dem Winter ein, bringen Wärme und treiben die Geister der Kälte aus. Sie symbolisieren einerseits das Feuer der Sonne, andererseits dienen sie als reinigende Kraft, die das Alte zerstört und Platz für Neues macht. Gelegentlich wird eine Figur auf dem Osterfeuer verbrannt oder hineingeworfen – als Symbol für den Winter oder das letzte Jahr. In manchen Orten ist das eine Hexe, manchmal Vater Winter oder sogar eine Art Papstsymbol. Da haben sich einige Bräuche über die Jahre miteinander verbunden!
  • Ein halbgebrannter Scheit des Osterfeuers soll, auf das Dach oder den Dachboden des Hauses gelegt, soll gegen Feuer und Blitzschlag schützen. In manchen christlichen Bräuchen sind ausschließlich Kinder dafür zuständig, das Holz zu holen.
  • Osterräder sind Feuerspektakel und Orakel gleichzeitig. Mit brennendem Heu gefüllte Wagenräder werden einen Hügel heruntergerollt. Kommen sie weit bis ins Tal, soll die Ernte gut werden. Das ist im heimischen Garten relativ schwierig nachzustellen. Wer möchte, kann in Niedersachsen einige Orte finden, wo Osterräderläufe noch stattfinden.
  • Eine kleine Variante der Osterräder sind brennende Holzscheiben. Vor sich her getrieben zeigen sie, wie die Ernte werden wird. Und gleichzeitig entsteht so ein Wettbewerb, wer seine Scheibe am weitesten führen kann.

Orakel und Zauberei

  • Ernte- oder Feldsegen sollen für gute Ernte im Jahr sorgen. Kerzen an den Feldrändern, geflochtene Wildkräuter oder bunte, wehende Bänder erbitten von Sonne, Erde oder Gottheit Hilfe. Manche katholischen Heiligen werden mit Prozessionen an den Feldern vorbeigeführt, um ihren Segen zu erhalten. Oder Feierlichkeiten finden direkt auf dem frisch gepflügten Feld statt.
  • Das nun nicht mehr gefrorene Quellwasser soll zu Ostern/Ostara magische Wirkung haben. Frauen (in den Bräuchen ist aus irgendeinem Grund nie von Männer die Rede) schöpfen zur Morgendämmerung schweigend das Wasser und tragen es nach Hause. Damit gewaschen soll es für das kommende Jahr die Schönheit der Frau bewahren oder das Leben des Tieres. In Getränke oder über den Kopf geschüttet soll es Liebe entfachen, gegossene Pflanzen wachsen besser. Dazu passt der Brauch, ein Stück des letzten und ersten Schnees des Jahres aufzubewahren. Geschmolzen hat es angeblich ähnliche Fähgkeiten.
  • Nicht nur die Ernte lässt sich segnen: Samen und Saatmaterial sind wichtig für den Ertrag und werden in Ritualen mit dem Segen der Gottheit oder Energie gefüllt. Natürlich in der Hoffnung, dass dadurch die sprießenden Pflanzen kräftiger und die Früchte besser und größer werden.

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