Imbolc – Das Lichterfest im Jahreskreis

Das Licht wird sichtbar

Anfang Februar, sehr oft am 1. oder 2. Tag des Monats verortet, liegt ein Jahreskreisfest mit teilweise weit zurückreichenden Wurzeln. In Rom gab es bereits überlieferte Frühlingsriten, den Namen „Imbolc“ vermutet man keltischen Ursprungs und selbst im Christentum gibt es das Fest Lichtmess, bei dem Licht eine große Rolle spielt. Wer da voneinander abgeschaut hat oder welchen Brauch wann selbstständig neu erdacht hat ist mir relativ egal – die Idee zu diesem Fest ist einfach naheliegend, wenn man sich den Wandel der Natur betrachtet. Alles andere wäre heutzutage auch sehr schlecht zu rekonstruieren.

Imbolc ist der Name, der oft im neuheidnischen Bereich gebraucht wird. Ich finde ihn ganz passend, weil damit ein natur- und jahreskreisnahes Fest gemeint ist. Das katholische Lichtmess mag zeitgleich liegen, hat aber für mich persönlich einen zu engen Fokus. Aber im Endeffekt ist es unwichtig, wie du diese Feier nennst, solange du weißt, was du persönlich damit verbindest.

Das Erwachen der Natur

Wir befinden uns noch mitten im Winter. Draußen sind die Bäume und Sträucher kahl, vielleicht liegt sogar Schnee. An Gartenarbeit braucht man nicht wirklich denken, ohne Gewächshaus ist auf den Feldern wenig los und viele wilde Tiere sind im Süden oder Winterschlaf. Das Leben unser Ahnen spielte sich zu dieses Jahreszeit weitgehend im Haus ab. Allerdings braut sich nun in der Erde die Kraft des Frühlings zusammen, um bald wieder mit aller Kraft auszubrechen. In warmen Wintern kann man hier und da schon einen Frühblüher sehen und die Vögel beginnen zu zwitschern. „Frühling liegt in der Luft“, kann man zu Imbolc sagen. Unsere deutlich naturnaher lebenden Vorfahren haben diese Zeit wohl besonders daran festgemacht, dass die Nutztiere begonnen, Milch zu geben. Aber davon bekommen wir heute kaum noch etwas mit, sofern wir nicht den eigenen Hof besitzen.

Abschied von der Dunkelheit

Die Tage werden nun endlich merklich länger. Ist der Januar in Städten nicht eigentlich der dunkelste Monat im Jahr? Der Dezember mag die gleiche Anzahl Tageslichtstunden haben, doch da kommt es mir durch die ganze Weihnachtsbeleuchtung nie so duster vor wie am Jahresanfang. Licht und Helligkeit spielt zu Imbolc eine sehr große Rolle.

Auch früher haben Menschen irgendwann um diese Zeit das kommende Licht bemerkt und gefeiert. Ein Fest, das die Dunkelheit verabschiedet und neues Licht willkommen heißt, ist für Völker, die den Lauf der Jahreszeiten betrachten, einfach naheliegend. Es markiert einen festen Punkt im Jahr – selbst wenn der kalendarisch vielleicht nicht immer am gleichen Tag liegt. Ob dabei die drängende Hoffnung auf ein baldiges Ende des Winters oder ein ausgelassenes Feiern im Vordergrund stand, dass ist wohl Auslegungssache. Ich vermute etwas von beidem.

Die Tiere im Winterschlaf

Oft wird erzählt, die Tier im Winterschlaf würden zu Imbolc beginnen, ihre Nasen aus den Verstecken zu stecken. Wenn sie den Frühling nahen fühlen, dann werden sie wach. Ansonsten legen sie sich noch weiter schlafen. Ganz so einfach ist es zwar nicht aber man kann erahnen, woher diese Vorstellung kommt.

Sonnt sich der Dachs in der Lichtmesswoche,
bleibt er 4 Wochen noch im Loche.

Alte Bauernregel

Kennst du den Groundhog Day, den Murmeltiertag? Jedes Jahr am 2. Februar werden in einigen Städten in Kanada und den USA Murmeltiere in einem großen Spektakel geweckt, damit diese eventuell „Ihren Schatten sehen“ und dadurch vorhersagen, wie lange der Frühling noch auf sich warten lässt. Ziemlich sicher geht das auf ähnliche Ideen zum Jahreskreis zurück.

Märchen zu Imbolc

Viele alte Sagen oder auch Märchen beinhalten deutlich oder versteckt lehrreiche Tipps oder vorherrschende Vorstellungen. Passend zu diesem Jahreskreisfest ist das Märchen „Schneeweißchen und Rosenrot“. Kennst du es?

Dort treffen zwei junge Mädchen im Schnee auf einen wilden Bären, der bei ihnen im Haus schlafen kann. Als er sich verletzt reißt ein Stück seines Pelzes auf und zeigt darunter golden und sonnig das Innere des ,ärchentypischen Prinzen. Übertragen auf ältere Vorstellungen zum Jahreskreis kann man das so deuten, dass der Bär den Winter symbolisiert (oder, in neuheidnischer Vorstellung, den jungen Sonnengott, der zu diesem zeitpunkt noch wild und sich seiner nicht bewusst ist). Tief in ihm schläft noch die Sonne, die zwar jetzt zu Imbolc schon hervorblitzt, aber noch nicht entgültig ausbrechen kann.

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