Natürlicher Frühjahrsputz

Natürliche Stoffe statt Chemischer Keule

Der Frühling ist klischeemäßig die Zeit für den Grundputz des Haushalts. Die frische Luft und junge Sonne wecken uns und das Bedürfnis, es in Wohnung und Haus so hell und klar zu haben, wie die Natur gerade wirkt. Am besten ohne Arbeit, natürlich. Lust zu putzen hat man selten, Lust es hinterher sauber zu haben schon. Da muss man manchmal Prioritäten setzen.

Wege zur Reinigung

Wenn man sich dafür entscheidet zu putzen (vermutlich nicht nur einmal im Jahr), benutzt man ziemlich wahrscheinlich Wasser und irgendwelche Zusätze. Viele davon chemisch hergestellt, schlecht abbaubar und ungesund. Dabei kann man sehr viel des normalen Schmutzes ganz einfach mit natürlichen Stoffen bezwingen.
Ja, es stimmt, die konzentrierte Chemiekeule ist meistens kräftiger. Aber sei mal ehrlich: wie viel deines Alltagsschmutzes zuhause benötigt extrastarke Putzmittel? Das meiste funktioniert mit natürlichen Stoffen oder Wasser.

Fünf Stoffe für die Grundreinigung

Die Säuren

Die Grundlage meines Putzschranks sind fünf verschiedene Stoffe, die einzeln oder in verschiedenen Mischungen eigentlich alles wegbekommen, was ich an Dreck mache. Zusätzlich zum Besen und Staubtuch.
Essig kennt jeder und er ist aus kaum einer Küche wegzudenken. Und genau dieser Küchenessig funktioniert perfekt als Putzmittel, es muss ja nicht unbedingt der hochpreisige Bio-Apfelessig sein. Ich nutze zum Putzen einen billigen Essig aus dem Unverpackt-Laden, den ich mir in meine Flasche abfülle. Essigessenz ist quasi konzentrierter Essig. Was man davon verwendet, ist einfach Geschmacksache.
Zitronensäure ist wie Essig eine Säure, als Pulver kann man damit aber manche Dinge praktischer putzen. Angefeuchtet als Paste hält das Mittel dann länger und läuft während der Reinigung nicht gleich vom Dreck weg wie eine Flüssigkeit. Im Zweifelsfall reicht Essig aber aus. Und ausgequetschte Zitronenhälften wirken als Resteverwertung auf die gleiche Art.

Die Basen

Zwei weitere einander ähnliche Stoffe sind Natron und Soda. Natron – im englischen „baking soda“ – ist unter anderem Bestandteil von Backpulver. Man kann damit in Reinform backen, es für Haut oder Mundpflege verwenden oder eben natürlich Putzen. Natron nimmt Gerüche auf und ist relativ harmlos. Selbstgemachte Bade-Sprudelkugeln beinhalten zum Beispiel oft Natron.
Soda ist chemisch leicht anders und wird oft als „Waschsoda“ verkauft. Es ist deutlich basischer, quasi der Gegensatz zur Säure, der aber genauso ätzend sein kann. Darum sollte man bei der Nutzung von konzentrierteren Sodalösungen lieber Handschuhe tragen, es kann sonst die Haut reizen.
Soda schäumt sehr stark bei Kontakt mit Säuren, deutlich stärker als Natron. Das kann bei manchen Anwendungen gewollt sein. Aber bitte versuche nicht damit zu backen! Waschsoda ist definitiv ein Putzmittel, das von Kindern ferngehalten gehört. Natürlich heißt nicht immer ungefährlich.

Die Seife

Das letzte meiner Putzmittel ist Kernseife, am Stück oder gerieben. Es gibt in den meisten Drogerien feste Stücke in Bio-Qualität und ohne unnötige Zusätze. Keine Sorge, wenn viel auf dem Etikett steht: Die meisten darauf beschriebenen Stoffe sind zwar in der Seife, entstehen aber ganz alleine durch den Kochvorgang. Seife wird nämlich aus Lauge und Fett (gibt es vegan wie tierisch) hergestellt. In Wasser gelöst hilft Kernseife vorrangig gegen fettigen Schmutz.

Kenne deinen Dreck!

Im normalen Haushalt gibt es hauptsächlich drei verschiedene Schmutztypen, die mehr als nur einen Besen brauchen. Da haben wir wasserlösliche Flecke, wie sie oft im Flur zu finden sind, wenn man seine Schuhe dort abstellt. Theoretisch benötigt man nur eines: Wasser. Und das gerne warm. Ist jedoch Fett dabei, dann hilft reines Wasser nicht mehr, weil Fett und Wasser sich nunmal nicht mögen und man es mit Pech nur noch weiter verteilt. Hier hilft eine Säure oder Seife. Die letzte Art sind Kalkflecken. Da ist definitiv die Säure das Mittel der Wahl. Aber natürlich, wieso soll es auch einfach sein, ist der meiste Schmutz eine Kombination aus allem. Wer möchte, kann daher aus den fünf Grundmitteln schon etwas zusammen mischen, was auf bestimmten Dreck besonders gut wirkt. Wie eine Reinigungspaste für Wasserhähne, Waschmittel oder Bodenreiniger.

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