Natur in der Großstadt

Teil 1: Pflanzen und Grünflächen

Oft höre ich, dass man gerne naturnaher leben würde. Es aber nicht könne, weil man ja in einer Stadt wohnen und dadurch nichts von der Natur mitbekommen könne. Da bin ich immer ein wenig ratlos. Schließlich lebe ich größtenteils ebenfalls in einer Stadt. Und ehrlich: Es gibt hier so viele Orte und Bereiche, wo man nicht nur sehr gut sehen kann, wie sich die Jahreszeiten entwickeln – man sieht auch genug Tiere und kann sogar Wildpflanzen sammeln. Natürlich kenne ich nicht jede Stadt und weiß nicht, ob es Orte gibt, die wirklich keine Möglichkeit dazu bieten. Aber nach Vorträgen höre ich oft, dass manch einer bisher nur vergessen hat, wirklich genau hinzuschauen. Doch das kann man üben!

Vom Park bis zum Friedhof

Wo sehen wir Pflanzen in Städten? Sicher in Gärten und Vorgärten, wenn die auch manchmal nur wenige Quadratmeter groß sind. Balkone oder Dächer können grüne Oasen sein und eigentlich kahle Hinterhöfe sind – mit Blumenkübeln zugestellt – fast ein Urwald. Dann haben wir das sogenannte „Straßenbegleitgrün“. Hört sich komisch an, oder? Aber es ist genau das. Die Grünstreifen zwischen Fahrspuren, Bäume am Straßenrand oder die Ränder der Fußwege können gerade im Frühsommer grünen und blühen wie mancher Garten es nicht tut. Und dann kommen die Parks.

Grün muss nicht groß sein

Hier in Hamburg haben wir unzählige, manche gerade mal eine kleine Hundewiese mit wenigen Bäumen, andere so groß, dass man sich darin verlaufen kann. Es gibt kaum einen Ort, von dem aus man nicht zu Fuß in wenigen Minuten bei irgendeinem kleinen Grünzug mit Bank und Baum ist. Und dann gibt es noch Friedhöfe, botanische Gärten, öffentliche Plätze mit altem Baumbestand oder versteckte Fuß- und Fahrradwege, die vom städtischen Gärtner vergessen wurden. Brachliegende Flächen sind ebenfalls oft wahre Paradiese für Pflanzen und Tiere jeder Art.

Pflanzen an Straßen und in Gärten

Was erwartest du dir von der Natur in deiner Stadt? Ich finde es wunderbar Plätze zu haben, an denen ich sehen kann, wie sich aus der starren Kälte des Winters junges Gras seinen Weg bahnt. Später sieht man prächtige grüne Bäume, die sich in der Höhe ihrer Kraft zu färben beginnen und dann regelrecht auseinander fallen.
Eine Stadt mag wenige Raum für ruhige Spaziergänge im Wald bieten, wo man außer dem Zwitschern der Vögel nichts hören kann. Doch zwischen Häusern und Straßen gibt es Leben – tierisch wie pflanzlich – das deutlich zeigt, welchen Punkt im Jahr wir gerade haben.

Denke an deinen Weg zur Arbeit, Schule oder auch nur zum Einkaufen. Was gibt es an Pflanzen auf dem Weg? Wenn Bäume am Straßenrand stehen: Was befindet sich um sie herum? Wo wachsen Gräser aus den Fugen zwischen den Steinen? Nicht selten bricht sich Löwenzahn seinen Weg durch die engsten Risse im Bodenbelag. Ich muss dabei immer an der Intro von „Löwenzahn“ denken, die alte Sendung mit Peter Lustig. Kennst du die noch?

Die Natur kennenlernen

Wieviele der Pflanzen kannst du bestimmen? Erkennst du Wegwarte, Beifuß, Rainfarn und Spitzwegerich? Und die Bäume: Was für Früchte tragen sie, wie unterschiedlich ist ihre Rinde?
In einer Stadt gibt es heutzutage so viele verschiedene Pflanzen, dass Bienen es dort manchmal einfacher haben als in Gegenden, wo es starke und eintönige Landwirtschaft gibt. Stadtimkerei ist in Mode, hilft den Bienen und natürlich allen Pflanzen, die sich so in der Stadt nur noch mehr verbreiten.

Du möchtest mehr für das Grün in deiner Stadt tun? Versuche es mal mit Guerilla-Gardening oder bastel Samenbomben.

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