Streetfood Festival in der Fischauktionshalle

Oder auch: Unterwegs mit Oma

Letztes Wochenende fand das Streetfood Festival in der Hamburger (oder eher Altonaer…) Fischauktionshalle statt.Das Wetter war toll und ich alleine zuhause – mein Mann weilte irgendwo in stickigen Räumen, um dort mit anderen Programmierern… naja… zu programmieren eben.

Ich hatte erst sehr kurzfristig von dem Streetfood Festival gehört und war nicht sicher, ob ich alleine Lust hätte. In Gesellschaft macht so ein Besuch schließlich viel mehr Spaß.

Einiges Hin- und Her später stand fest: Meine Oma kommt mit!
Trotz erhöhtem Alters ist meine Oma meist „fit wie ein Turnschuh“, färbt sich die Haare und geht leicht für 30 Jahre jünger durch.  Neugierig ist sie auch, nur etwas… unbedarft bei solch neumodischen Dingen wie Foodtrucks oder Streetfood.

Was ist ein Streetfood Festival?

Das Festival war ein erneuter Versuch – dieses Mal von anderen Organisatoren – hier ein Festival mit Eintrittspreis auf die Beine zustellen. Ich kann es verstehen. Die Räumlichkeiten müssen bezahlt werden, Strom, Wasser, Abfall und so weiter. Es gab ja sogar (gut für Oma) Nicht-Dixi-Toiletten vor Ort. Aber genügend Leute stehen auf dem „Streetfood muss frei sein“-Standpunkt. Ich glaube, da kann man einfach nie auf einen Nenner kommen.

Mir waren die paar Euro für den Eintritt die Sache wert. Und als wir gingen war es gut gefüllt, also rentiert sich die Sache hoffentlich auch für die Anbieter.

Vor Ort, in der Halle, standen diverse kleine oder größere Stände, von denen ich einige schon vom Food Truck Festival kannte. Vieles eher exotisch. Afrikanisch, asiatisch, indisch, viel mexikanisch… an jeder Ecke roch es anders. Einige der Stände waren allerdings eher „aus einemTopf“-Imbisse, die vor Ort ihre Masse nur aufwärmten. Igitt, das mag ich absolut nicht. Oma zum Glück auch nicht.

Außen gab es einen eingezäunten bereich mit diversen Foodtrucks.

Oma, dass ist so ähnlich wie der Hühnerimbiss am Supermarkt. Nur… gesünder. Schau, mehr frisches Zeug.

Oma kann nicht zuhören, sie ist zu erschlagen von den ganzen großen Autos, die alle Essen anbieten. Und von den Preisen. Ja, Biofleisch ist teuer.

Ja, das kann man essen!

Nach einer Runde zur Orientierung wollten wir etwas essen. Das ist schließlich ein Streetfood Festival! Nicht nur zum Anschauen!
Der vietnamesische Stand schien mir als Einstieg ganz gut. Sommerrollen (Quasi Frühlingsrollen in Reisblätter) mit einem leckeren Erdnuss-Dipp.

Oma, nein, du musst nicht auch eine holen. Wir teilen, dann können wir viel mehr testen!

Leckere Sommerrolle auf dem Streetfood Festival

Ähm, ja. Ich fotografiere mein Essen. Sorry, bin gleich fertig, dann können wir essen.

Oma war froh, nicht eine eigene genommen zu haben. Zu viel Reispapier, zu schlecht zu essen. Aber immerhin nicht fritiert.
Mir schmeckte es.

Wir schauten weiter herum.

Oma, da sind Falafel, kennst du die?
Nein, das ist nicht das gleiche wie Döner. Und ja, manchmal sehen die Läden gleich aus. Das hier ist Kichererbse, ganz ohne Fleisch.
Pfannekuchen? Ähm, ja, so etwas ähnliches.

Falafel auf dem Streetfood Festival

Der Stand brät die Falafel und bäckt sie nicht in Fett. Das fand ich eine sehr gute Idee. Mit Salat, diverses Gemüse und Jogurtsauce. Eigentlich auch genau das Richtige für meine Oma.

Oma, wollen wir da Jalpenos rein? Ja? Ok, dann bitte mit welchen.
So gleich sind sie fertig…
Was? Du möchtest wissen, was Jalapenos sind? Oh… äh… wirst du gleich merken.

Wäre mein Mann mit gekommen hätten wir irgendwas von den Burgern gegessen. Es gab tolle Kreationen, aus Biofleisch, selbstgebackene Buns, regionaler Anbau… Aber alleine esse ich das dann doch nicht. Und Oma mag es nicht, sie findet, dass könne man nicht ordentlich essen, ohne, dass alles heraus fällt. Naja, ein wenig hat sie damit schon recht.

Streetfood ist oft in irgendetwas gewickelt, damit man es besser essen kann. Brot, Wrap, Pizzateig… Der Unterschied war Oma nicht immer ganz ersichtlich. Wrap ist nicht das selbe wie Pfannekuchen, ok. Aber was ist Naan Brot? Fladenbrot? Sesambrot? Das Zeug um die Calzone?

Das möchtest du essen? Das sind Flammkuchen, die kenne ich, die sind lecker!
Nein, das ist nicht wie der Falafel, der Teig ist.. krustig, dünn und fest. Das ist ganz anders.Ja, ok, auf dem Bild am Wagen sieht es ähnlich aus. Aber das hier ist eher… wie eine Pizza in ganz dünn. Bist du sicher, dass du keine Flammkuchen kennst?
Die BACKEN den Teig hier. Das ist nicht tiefgefroren!

Flammkuchen auf dem Streetfood Festival

Der Flammkuchen stammte von John’s Bio Bistro. Sehr lecker! Und das fand auch Oma und hat gleich mein letztes Stück zusätzlich verputzt.

Oma bestand auf „Nachtisch“. Also gab es Apfel-Bananenkuchen von Beet in the Box. Das restliche Angebot hörte sich aber auch toll an. Smoothies „kennt“ Oma („Das gibt es auch bei Edeka“), also holten wir als Erfrischung dazu nebenan einen Mango Lassi.

stand auf dem Streetfood festival

Der Kuchen war… reichhaltig. Mehr Früchtebrot als Kuchen, dick und feucht. So lecker! Aber wir waren doch schon so satt.

Mein Fazit: Für ein geselliges Event ist das Festival toll. Aber man gibt ja doch einiges an Geld aus, der Eintritt (ok, 3€ geht) kommt dazu und wirklich viel „zu sehen“ hat man nicht. Einfach nur hingehen und herumschauen lohnt sich nicht wirklich.
Aber man braucht definitiv kein Essen mehr an dem Tag.

Oma, hat es dir gefallen?
Was heißt, wo ich dich immer so hinschleppe? Wir haben doch viele neue Dinge gesehen und probiert.
Ja, gut, an meinem Geburtstag mache ich keine Sommerrollen, ist ok.

Was denkst du darüber?

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